Der Landkreis Harburg steht vor der Herausforderung, den Ausbau der Windenergie voranzutreiben, um den gesetzlichen Vorgaben des Bundes und des Landes Niedersachsen zu entsprechen. Bis Ende 2027 sollen 3.051 Hektar und bis Ende 2032 insgesamt 3.949 Hektar für Windenergie ausgewiesen werden . Dies bedeutet eine erhebliche Steigerung gegenüber den bisher ausgewiesenen 558 Hektar.
Um die Ziele zu erreichen, wurden potenzielle Flächen identifiziert, wobei besonders die Samtgemeinden Salzhausen und Tostedt mit jeweils knapp einem Drittel der Potenzialflächen im Fokus stehen . Allerdings führt dies zu Bedenken hinsichtlich des Natur- und Artenschutzes, da einige der vorgeschlagenen Flächen in sensiblen Gebieten liegen.
Insbesondere der NABU Hanstedt-Salzhausen warnt davor, dass der Ausbau der Windenergie nicht auf Kosten der Natur gehen darf. In der Samtgemeinde Salzhausen sollen über 9 Prozent der Fläche für Windkraft bereitgestellt werden, darunter auch Waldgebiete bei Garlstorf . Der NABU betont, dass Klimaschutz und Naturschutz nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten.
Ein weiteres Problem ist die sogenannte "Superprivilegierung". Sollte der Landkreis bis zum 1. Januar 2028 sein Teilflächenziel nicht erreichen, könnten Windenergieanlagen überall im Außenbereich errichtet werden, sofern die gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind . Dies würde eine ungesteuerte Realisierung von Windkraftanlagen ermöglichen und könnte zu einer stärkeren Belastung von Natur und Anwohnern führen.
Zudem gibt es Diskussionen über die Wirtschaftlichkeit weiterer Windkraftanlagen. Einige Stimmen argumentieren, dass zusätzliche Windräder weder wirtschaftlich sinnvoll sind noch den gesamten Energiebedarf decken können. Deutschland bleibt weiterhin abhängig von Energieimporten und die für den Bau benötigten Rohstoffe stammen größtenteils aus dem Ausland.
Die Initiative "Für sinnvolle Energie" bietet sorgfältig recherchierte Informationen auf ihrer Website zu einem ausgewogenen Energiemix und betont die Bedeutung einer ökologisch und ökonomisch sinnvollen Energiepolitik. Sie fordert, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht auf Kosten der Natur und der Lebensqualität der Anwohner erfolgen darf.
Insgesamt steht der Landkreis Harburg vor der Aufgabe, den Ausbau der Windenergie mit den Interessen des Natur- und Artenschutzes sowie der Anwohner in Einklang zu bringen. Eine sorgfältige Planung und transparente Kommunikation sind dabei entscheidend, um eine nachhaltige und akzeptierte Energiewende zu erreichen.

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